Wirtschaft

Cyberabwehr setzt auf Künstliche Intelligenz (FOTO)

Cyberabwehr setzt auf Künstliche Intelligenz (FOTO), Berlin (ots) –

– Rund die Hälfte der Unternehmen in Deutschland und weltweit sind
mit dem Erkennen und Verhindern von Cyberangriffen überfordert
– Fast drei Viertel der Unternehmen weltweit (73 Prozent) testen
Anwendungsfälle für KI in der Cybersicherheit
– Zwei von drei Unternehmen planen den Einsatz von KI zur Stärkung
ihrer Cybersicherheit bis zum Jahr 2020

Unternehmen erhöhen ihre Investitionen in KI-Systeme zum Schutz
vor der nächsten Generation von Cyberangriffen. Zu diesem Ergebnis
kommt eine neue Studie des Capgemini Research Institute. Rund zwei
Drittel der Unternehmen glauben, ohne KI nicht in der Lage zu sein,
auf kritische Bedrohungen zu reagieren. Durch die Fortschritte in
Cloud-, Internet-of-Things- (IoT-), 5G- und
Dialogschnittstellen-Technologien erhöht sich die Anzahl der
Endgeräte, Netzwerke und Benutzeroberflächen – und somit die Anzahl
der potenziellen Einfallstore für Angreifer.

Die Studie Reinventing Cybersecurity with Artificial Intelligence:
The new Frontier in Digital Security befragte 850 Führungskräfte aus
den Bereichen IT-Informationssicherheit, Cybersicherheit und
IT-Betrieb in zehn Ländern – 12 Prozent davon in Deutschland. Die
Befragten sind in Großunternehmen aus sieben Branchen tätig. Zudem
wurden vertiefende Interviews mit Branchenexperten,
Cybersicherheits-Start-ups und Wissenschaftlern geführt.

KI-gestützte Cybersicherheit unverzichtbar

56 Prozent der Führungskräfte weltweit sowie 46 Prozent in
Deutschland sagten, dass ihre Cybersicherheitsanalysten überfordert
sind von der Vielzahl der Datenpunkte, die sie überwachen müssen, um
Verletzungen zu erkennen oder zu verhindern. Darüber hinaus hat sich
die Art der Cyberrisiken, die ein sofortiges Eingreifen erfordern
oder von Cyberanalysten nicht schnell genug behoben werden können,
deutlich erhöht. Dazu zählen:

– Cyberangriffe auf zeitkritische Anwendungen. International gaben
42 Prozent an, dass sie gestiegen sind – und zwar
durchschnittlich um 16 Prozent
– automatisierte Angriffe, die in einem derart hohen Tempo
mutieren, dass sie durch traditionelle Reaktionssysteme nicht
neutralisiert werden können. Laut 43 Prozent der Befragten hat
deren Häufigkeit um durchschnittlich 15 Prozent zugenommen

Angesichts dieser neuen Bedrohungen ist eine klare Mehrheit der
Unternehmen (69 Prozent international, 62 Prozent in Deutschland) der
Ansicht, ohne den Einsatz von KI nicht auf kritische Cyberangriffe
reagieren zu können. Bereits um solche Bedrohungen identifizieren zu
können, benötigen 61 Prozent weltweit sowie 51 Prozent der deutschen
Unternehmen nach eigener Aussage KI.

Führungskräfte erhöhen KI-Investitionen für mehr Cybersicherheit

International ist eine klare Mehrheit der Führungskräfte der
Auffassung, dass KI für die Zukunft der Cybersicherheit von
grundlegender Bedeutung ist:

– Weltweit gaben 64 Prozent der Befragten an, durch KI die Kosten
für die Erkennung von Verletzungen und die Reaktion senken zu
können – und zwar um durchschnittlich 12 Prozent. In Deutschland
dagegen haben nur 49 Prozent der Befragten eine Kostensenkung
verzeichnet
– 74 Prozent der Führungskräfte weltweit gaben an, dass durch KI
eine kürzere Reaktionszeit möglich wird: Die nötige Zeit um
Bedrohungen zu erkennen, Verstöße zu beheben und Patches zu
implementieren, konnte um durchschnittlich 12 Prozent reduziert
werden. In Deutschland haben 63 Prozent der Führungskräfte eine
verkürzte Reaktionszeit registriert
– 69 Prozent weltweit, in Deutschland 56 Prozent beobachten zudem,
dass KI die Genauigkeit bei der Erkennung von Verstößen
verbessert
– 60 Prozent international sowie 57 der Befragten in Deutschland
gaben an, dass KI die Effizienz der Cybersicherheitsanalysten
erhöht, indem sie die Zeit, die sie mit der Analyse von
Fehlalarmen verbringen, verkürzt und ihre Produktivität
verbessert

Im Einklang damit werden für das Geschäftsjahr 2020 international
bei so gut wie jedem zweiten Unternehmen (48 Prozent) die Budgets für
KI in der Cybersicherheit um fast ein Drittel (29 Prozent) steigen.
Was die Bereitstellung betrifft, so testen 73 Prozent Anwendungsfälle
für KI in diesem Bereich. Nur jedes fünfte Unternehmen nutzte KI dazu
vor 2019, doch die Einführung wird weiterhin rasant ansteigen: Fast
zwei von drei (63 Prozent) Unternehmen planen, KI bis 2020
einzusetzen, um ihre Verteidigung zu stärken.

“KI bietet enorme Chancen für die Cybersicherheit”, sagt Oliver
Scherer, CISO von Europas führenden Elektrofachmärkten, der
Handelsgruppe Media-Saturn. “Denn von der Erkennung, manuellen
Reaktion und Behebung gelangen Sie zu einer automatisierten Behebung.
Das möchten Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren
erreichen.”

Erhebliche Hindernisse für KI-Einführung im großen Maßstab

Die größte Herausforderung bei der Implementierung von KI für
Cybersicherheit ist das mangelnde Verständnis dafür, wie
Anwendungsfälle vom Proof of Concept bis zur flächendeckenden
Umsetzung skaliert werden können. 69 Prozent der Befragten gaben zu,
dass sie in diesem Bereich zu kämpfen hatten.

“Cyberangriffe haben eine neue Komplexität und Geschwindigkeit
erreicht – und diese Bedrohung wächst weiter. Immerhin sind sich die
meisten Unternehmen bewusst, dass Cybersicherheitsanalysten viele
Angriffe nur noch mit Hilfe von KI zuverlässig abwehren können”, sagt
Dr. Paul Lokuciejewski, Leiter Cybersicherheit bei Capgemini Invent.
“Damit KI ihr volles Potenzial in der Cybersicherheit entfalten kann,
brauchen die Unternehmen eine mit der Cyberstrategie klar abgestimmte
Roadmap, um eine effiziente Implementierung sicherzustellen. Wichtig
ist auch, sich auf die wesentlichen Anwendungsfälle zu fokussieren,
die skalierbar sind und den höchsten Return on Investment generieren.
Auf diesem Weg können Unternehmen nicht nur Kosten sparen, sondern
auch die Wahrscheinlichkeit gravierender Sicherheitsvorfälle
reduzieren.”

Die Studie steht hier zum Download bereit:
www.capgemini.com/de-de/news/ai-in-cybersecurity/

Methodik der Studie Im Rahmen dieser Studie wurden 850
Führungskräfte auf gehobener und höchster Ebene von Unternehmen mit
einem Jahresumsatz von mindestens einer Milliarde US-Doller befragt.
Sie sind verteilt auf sieben Branchen: Konsumgüter, Einzelhandel,
Banken, Versicherungen, Automobil, Versorgungsunternehmen und
Telekommunikation. Ein Fünftel der Führungskräfte sind CIOs und jeder
Zehnte ist CISO in seinem Unternehmen. Die Führungskräfte gehören zu
Unternehmen mit Hauptsitz in Frankreich, Deutschland, Großbritannien
und den USA – zu jeweilis 12 Prozent – sowie in Australien, den
Niederlanden, Indien, Italien, Spanien und Schweden. Capgemini führte
auch Interviews mit führenden Köpfen der Branche sowie
Wissenschaftlern, um den aktuellen Status und die Auswirkungen von KI
auf die Cybersicherheit zu untersuchen.

Über Capgemini Capgemini ist einer der weltweit führenden Anbieter
von Management- und IT-Beratung, Technologie-Services und Digitaler
Transformation. Als ein Wegbereiter für Innovation unterstützt das
Unternehmen seine Kunden bei deren komplexen Herausforderungen rund
um Cloud, Digital und Plattformen. Auf dem Fundament von 50 Jahren
Erfahrung und umfangreichem branchenspezifischen Know-how hilft
Capgemini seinen Kunden, ihre Geschäftsziele zu erreichen. Hierfür
steht ein komplettes Leistungsspektrum von der Strategieentwicklung
bis zum Geschäftsbetrieb zur Verfügung. Capgemini ist überzeugt
davon, dass der geschäftliche Wert von Technologie durch Menschen
entsteht. Die Gruppe ist ein multikulturelles Unternehmen mit über
200.000 Mitarbeitern in mehr als 40 Ländern, das 2018 einen Umsatz
von 13,2 Milliarden Euro erwirtschaftet hat.

Mehr unter www.capgemini.com/de. People matter, results count.

Über das Capgemini Research Institute Das Capgemini Research
Institute ist Capgeminis hauseigener Think-Tank in digitalen
Angelegenheiten. Das Institut veröffentlicht Forschungsarbeiten über
den Einfluss digitaler Technologien auf große Unternehmen. Das Team
greift dabei auf das weltweite Netzwerk von Capgemini-Experten zurück
und arbeitet eng mit akademischen und technologischen Partnern
zusammen. Das Institut hat Forschungszentren in Großbritannien,
Indien und den USA. Mehr unter www.capgemini.com/researchinstitute

Pressekontakt:
Capgemini:

Kora Alice Lejko
Tel.: +49 151 4025-1298
E-Mail: kora-alice.lejko@capgemini.com

Original-Content von: Capgemini, übermittelt durch news aktuell, https://www.presseportal.de/pm/16952/4321365